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Kinderhaus in Karatu

Der Verein "Kinder in Tansania e.V." betreibt in Karatu das Kinderhaus "Tabasamu Day Care Center". Hier werden täglich bis zu 39 Kinder betreut.

"Tabasamu" heißt "Lächeln" und so ist seit Juli 2010 der offizielle Name unserer Kindertagesstätte in Karatu "Tabasamu Day Care Center". 

Täglich besuchen 32 bis 39 Kinder zwischen 5 Monaten und 5 Jahren die Tagesstätte. Sie erhalten bei uns Obhut, zwei altersgemäße Mahlzeiten am Tag und eine gesundheitliche Versorgung. In Tansania leben viele Kinder auf Grund unterschiedlicher Umstände tagsüber auf sich alleine gestellt auf der Straße. Dies ist nicht nur keine kindgerechte Umgebung, sondern diese Kinder wären sonst durch Unfälle, Fehl- und Unterernährung sowie durch Infektionserkrankungen gefährdet. 

Zur Versorgung und Betreuung der Kinder beschäftigen wir tansanische Frauen; außerdem kümmert sich eine Kindergärtnerin um die Größeren im Sinne einer frühen vorschulischen Förderung. Zusätzlich ist ein Wachmann erforderlich und gelegentlich hilft ein Arbeiter im Garten bei Gemüseanbau und Blumenpflege.

Diese Mitarbeiter können mit ihrem Verdienst jetzt sich und ihre Familien ernähren.  

Bei der Organisation und Verwaltung des Kinderhauses engagiert sich seit der Vereinsgründung unverändert kompetent Suzy Pallangyo, die sich bereits bei der Fertigstellung des Hauses und der Außenanlagen sehr eingesetzt hat. Unterstützt wird sie jetzt bei der Ausgabenabrechnung durch Frida Mungure, die hauptsächlich für das Management unseres Familienhauses zuständig ist. 

Die Finanzierung des Kinderhauses erfolgt in seiner jetzigen Form durch Spendenzusagen, Mitgliedsbeiträge und Projektpatenschaften. Aber nur in der Kontinuität und durch weitere Unterstützung bleibt unsere Hilfe effizient und zukunftstragend, sodass wir ständig auf Spendengelder angewiesen bleiben.

Pläne und Wünsche

Um die Kinder vor Ort noch besser unterstützen zu können, haben wir folgende Pläne und Wünsche:

  • Um für Notfälle Familien unserer Kindergartenkinder gerüstet zu sein, planen wir einen Fonds zur:
    • Übernahme von Arzt-/ Krankenhauskosten bei Erkrankung eines Kindes
    • Überbrückungshilfe bei akuten Versorgungsengpässen in den Familien
    • Hilfe bei notwendigsten Anschaffungen (z.B. Matratzen, Schuhe, Kerosin)
  • Paten für die Kinder, die das Kinderhaus mit Schulbeginn verlassen
  • Schulung von Eltern und Jugendlichen in den Räumen des Kindergartens ( Englischsprachkurse, PC Kurse, Nähkurse für die Mütter)
  • Installation einer Solaranlage wie auf dem Familienhaus auch auf dem Kindergarten und in Maji ya Chai
  • Gartenanlage auf dem Gelände des Kindergartens
  • Einrichtung einer Pflegefamilie für Jugendlich, die nach tansanischen Vorgaben das Familienhaus verlassen sollen, älter als 16 Jahre, sich aber noch in Ausbildung befinden.

Geschichte

Bereits im September 2007 - kurz nach der Gründung unseres Vereines - hatten wir das Haus angemietet und entsprechend den Erfordernissen und Landesgepflogenheiten einen Wassertank installiert, eine Außenküche bauen lassen und das zugehörige Freigelände mit Schaukelgerüst und Sitzplatz gestaltet. Am 10. November 2007 wurde die Eröffnung unseres Kinderhauses mit einem großen Fest gefeiert. 

Mit Kaufvertrag vom 2. Juli 2010 gingen Haus und Gelände in den Besitz des Kinderhauses über. Suzy Pallangyo als Kontaktperson vor Ort und unsere 2. Vorsitzende Doreen Stodian als Vertreterin des Vereins haben den Kaufvertrag unterzeichnet. Mit einem "finanziellen Kraftakt" war uns die Finanzierung bei einem sehr angemessenen Angebot des ehemaligen Besitzers möglich. Wegen der vorher relativ hohen Mietpreise amortisierte sich der Kaufpreises innerhalb von 5 Jahren. 

Die große Zahl von Kindern mit täglicher Beanspruchung der Räume hat schon mehrfach eine Renovierung des Hauses erforderlich gemacht, zumal sich an Boden und Wänden immer wieder Setzrisse zeigen, die durch vulkanische Aktivität in der Region begünstigt werden. In diesem Zusammenhang wurde in den vergangenen Jahren der "Schulraum" im Nebengebäude vergrößert, der für die frühe Förderung der Kinder genutzt wird. Gleichzeitig wurde das Haus von außen gestrichen, sodass alles wieder sehr gepflegt aussieht. 

Die Schulraumvergrößerung war sinnvoll, da wir zum Januar 2012 endlich eine ausgebildete Kindergärtnerin einstellen konnten. Die junge Kindergärtnerin ist sehr engagiert im Umgang mit den Kindern und fesselt ihre Aufmerksamkeit täglich beim Malen und bei kleinen Schreib- und Rechenaufgaben an der Tafel. 

Bereits 2012 konnten wir für unsere Kinder ein weiteren Wunsch verwirklichen, denn dank des Rotary Club Hameln und seiner Freunde aus Frankreich und Großbritannien haben sie nun ein Spielhaus auf dem Gelände unseres Kindergartens. So können alle Kinder in diesem Pavillonbau nun auch bei Regen oder starker Sonnenhitze in frischer Luft spielen und sich beschäftigen. Die größeren Kinder essen oft auch dort. Diese Möglichkeit entwickelte sich glücklicherweise im Sommer 2011, als wir zwei benachbarte Grundstücke als Erweiterungsfläche zum Kinderhaus hinzu kaufen konnten. Es ist jetzt genug Raum für den Spielplatz und für die Anlage des Gemüsegartens vorhanden. Um eine entsprechende Unterstützung bemühen wir uns.

Im Jahr 2017 ergab sich dort eine grundsätzliche Erweiterung: 5 Kinder mit Behinderungen wurden betreut und die schulische Veersorgung war in Karatu nicht gewährleistet. In Maji ya Chai konnten Zimmer in einem Haus für die Unterbringung solcher Kinder angemietet werden. Zur Betreuung stehen uns 2 „Mammas“ zur Seite. Sowohl die ärztliche, krankengymnastische als auch schulische Versorgung hat sich deutlich verbessert.

Im Frühjahr 2016 waren erneut Reparaturarbeiten an allen Gebäuden erforderlich, da aufgrund zahlreicher Erdbeben Risse entstanden. In Rahmen dieser Arbeiten führten wir einige sinnvolle Ergänzungsbaumaßnahmen durch: Eine Befestigung aller Verbindungswege zwischen den Gebäuden, ein Portikus an der Hoftür des Haupthauses und ein Schutzgeländer an der schmalen Terrasse vor dem Schulungsraum für die Großen. Jetzt kann man auch während der Regenzeit trockenen Fußes über den Hof gehen und muss sich nicht mit den dicken roten Lehmklumpen unter den Schuhsohlen quälen.

Und schließlich haben wir im Frühjahr 2016 die Regenwasserreservoirs um drei weitere 5.000 l Edelstahl-Großtanks ergänzt, die glücklicherweise vor Ende der Regenzeit noch vollständig gefüllt waren, so dass wir nun in der Wasserversorgung autark sind. Unsere Mama Suzy hat diese Tanks mit Wildtieren so schön bemalen lassen, dass sie einen optischen Blickfang bieten. Es ist wirklich gut gelungen.

Und wir sind dankbar dafür, dass wir durch die Von Kritter-Stiftung bei diesem so wichtigen Projekt großzügig unterstützt wurden.

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